Themenforum Ökologische Dimension von Nachhaltigkeit:
"Deutschland muss Vorbild sein beim Klimaschutz"

2. Juli im BMZ in Berlin / 3. Juli in der Biosphäre in Potsdam

Der Klimawandel und seine Folgen für die Entwicklung standen im Mittelpunkt des Themenforums zur ökologischen Dimension von Nachhaltigkeit, das im Rahmen des Zukunftscharta-Prozesses am 2. Juli im BMZ in Berlin stattfand. Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks eröffneten die Veranstaltung „Klimawandel und Entwicklung – Chancen nutzen weltweit!“, an der rund 140 Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft teilnahmen. Dabei haben beide die führende Rolle Deutschlands beim internationalen Klimaschutz und der Bewältigung der Folgen des Klimawandels betont.

Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller (Quelle: GIZ / Ralf Rühmeier)
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Barbara Hendricks
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Barbara Hendricks

Bundesministerin Hendricks forderte dringende Fortschritte in der internationalen Klimapolitik ein. Es gelte, ein verbindliches Klimaschutz-Abkommen zu verabschieden, das in eine nachhaltige Politik eingebunden sein und soziale Aspekte berücksichtigen müsse.
Entwicklungsminister Müller hob die Rolle Deutschlands hervor: „Im Ausland wird beim Thema Energiewende besonders auf Deutschland geblickt. Wenn wir den Umstieg schaffen, setzen wir bei anderen die nötigen Prozesse in Gang.“

Prof. Schellnhuber, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK),verdeutlichte in seinem Beitrag anschaulich die Risiken des Klimawandels für globale Entwicklung und forderte eine Transformation zu kohlenstoffneutraler Entwicklung.

Im Anschluss diskutierten Dr. Friedrich Kitschelt, Staatssekretär im BMZ, Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland, Dr. Michael Otto, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Group und des Präsidiums der Stiftung 2 Grad sowie Professor Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK, über konkrete Ansätze für eine klimaverträgliche Entwicklung. Um nachhaltige Ziele erreichen zu können, so Staatssekretär Kitschelt, sei eine neue globale Partnerschaft erforderlich. Die Zukunftscharta sei ein wichtiger Beitrag Deutschlands, um diesen Bewusstseinswandel zu befördern, betonte er in seiner Rede.

In der lebendigen Diskussion mit dem Publikum brachten die Teilnehmenden praktische Beiträge – wie beispielsweise Energieeffizienz in Gebäuden sowie Ansätze für eine klimaverträgliche Landwirtschaft weltweit – ein. Des Weiteren wurden Ideen für eine Reform des Emissionshandels diskutiert wie auch die Möglichkeiten für eine CO2-Steuer.

Abschließend unterstrich Staatssekretär Kitschelt in seiner Rede die Bedeutung von verbindlichen und universell gültigen Nachhaltigkeitszielen zur Beendigung der Armut und zum Schutz des Klimas.

Themenpatin - Ökologische Dimension von Nachhaltigkeit

Dr. Imme Scholz
Stellvertretende Direktorin, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik

Dr. Imme Scholz

Nachhaltige Entwicklung erfordert heute eine Agenda, die globale und nationale Ziele und Politiken explizit miteinander verschränkt und der globalen Kooperation einen deutlichen Schub gibt.

Imme Scholz beschäftigt sich seit 20 Jahren mit internationaler Umwelt- und Klimapolitik und dem Thema Nachhaltigkeit. Am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), wo sie seit 1992 in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet hat, hat sie maßgeblich das Forschungsfeld Umwelt und Entwicklung mit aufgebaut. Nach ihrem Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und evangelischen Theologie promovierte sie zwischen 1997 und 1999 zur ökologischen Innovationskapazität der Tropenholzindustrie an der Freien Universität Berlin, wofür sie umfangreiche Feldforschungen im brasilianischen Amazonasgebiet unternahm. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse brachte sie im Anschluss als Politikberaterin bei der GTZ ein, wo sie zwischen 1999 und 2002 das brasilianische Umweltministerium im besseren Schutz der Tropenwälder beriet.

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